
FAQs
FAQs
Ist E-Mobilität teuer?
Die Anschaffungspreise der Elektroautos unterscheiden sich kaum mehr von denen eines entsprechenden Verbrenners.
Im Betrieb fährt man mit Strom wesentlich günstiger als mit Benzin. Im Durchschnitt verbraucht ein Elektroauto 15 kWh /100 km, was weniger als 2 Liter Benzin /100 km entspricht (1 Liter Benzin enthält 8.9 kWh Energie). Bei der Rekuperation („elektrisch bremsen“) wird Energie zurückgewonnen, was bei einem Verbrenner nicht und bei einem Hybriden nur teilweise möglich ist.
15 kWh Strom kosten zu Hause geladen 3.- bis 6.- Fr. Noch günstiger fährt man, wenn man den Strom ab der eigenen PV-Anlage laden kann.
Ein Elektroauto braucht weniger Wartung, da viel weniger Teile verbaut sind. Auspuffanlage, Wasserkühlung, Getriebe fallen weg, es braucht weder Motoren- noch Getriebeöl. So muss z.B. nur Bremsflüssigkeit ersetzt werden und die Bremsbeläge halten durch Nutzung der Rekuperation ca. 3x so lange, wie bei einem Verbrenner.
Ist die Reichweite von Elektroautos genügend?
Da mit einem Elektroauto anders gefahren und anders „getankt“ wird, ist der direkte Vergleich mit einem Verbrenner nicht zielführend.
Im Gegensatz zu Autos mit Verbrennungsmotor wird ein Elektroauto immer dann geladen, wenn es parkiert ist, also zu Hause, auf der Arbeit oder bei einer Pause im Restaurant oder auf der Raststätte. Statistiken belegen, dass die durchschnittliche tägliche Fahrstrecke in der Schweiz hin und zurück nur 38 km beträgt und die vorgeschriebene „Pause am Steuer“ dank regelmässiger Unterbrüche vermehrt eingehalten wird.
Die Reichweite eines Elektroautos sollte so ausgewählt werden, dass ca. 3 Stunden ohne Laden gefahren werden kann. Mit der aktuell auf dem Markt verfügbaren E-Modellen kann während der Pause in der Regel wieder auf 80% geladen werden, was für die nächsten drei Stunden ausreichen sollte. Wenn über Nacht geladen werden kann, reichen wesentlich kleinere Ladegeschwindigkeiten, da genügend Zeit vorhanden ist. Der Bundesrat wurde kürzlich beauftragt, ein Gesetz für das „Recht auf Laden“ am Wohnort auszuarbeiten.
Bei der Modellwahl muss die Batteriekapazität, die Ladegeschwindigkeit und der Verbrauch des Fahrzeuges berücksichtigt werden. In der Praxis hat sich gezeigt, dass eine Reichweite WLTP von ca. 400 km ausreicht, um auch Langstrecken zu bewältigen.
Sind Wasserstoff-Autos die Zukunft?
Wasserstoff-Autos sind auch Elektroautos, die zum Anfahren und Beschleunigen ebenfalls eine Batterie benötigen. Mit einer Brennstoffzelle wird der Wasserstoff im Fahrzeug in Strom ungewandelt. Damit wird auch die Batterie geladen. Die Brennstoffzelle liefert nicht für alle Situationen genügend Energie. Die Energie-Rückgewinnung durch Rekuperation ist zudem gegenüber einem reinen Batterie-Auto deutlich kleiner, da die Pufferbatterie eine viel geringere Kapazität aufweist.
Für die Produktion von Wasserstoff wird ca. drei mal mehr Strom benötigt als zum Laden eines Batteriefahrzeugs. Die zweifache Umwandlung von Energieträgern verursacht hohe Verluste (ca. 70%). Zudem muss Wasserstoff an die Tankstellen transportiert werden, was zu weiteren Verlusten führt. Wegen der Flüchtigkeit von Wasserstoff und des notwendigen hohen Drucks von 700 Bar kann dies nicht über Pipelines erfolgen.
Wasserstoffautos sind in der Energiebilanz nicht besser als Dieselfahrzeuge. Zudem wird Wasserstoff heute zum grössten Teil aus fossilem Gas hergestellt.

Der Wirkungsgrad eines Batterie-Elektroautos beträgt inkl. Laden und Verbrauch ca. 80%. Mit Wasserstoff-Antrieb würde also mindestens 70% mehr Strom benötigt. Im weiteren müssten Millionen in die Infrastruktur investiert werden.
Wasserstoff eignet sich hingegen hervorragend, um den Sommer-Stromüberschuss der PV-Anlagen in den Winter zu übertragen, wo dann mit Gaskraftwerken CO2 neutral Strom produziert werden kann. Diese Technologie nennt sich „Power to Gas”.
Haben wir genügend Strom für die E-Mobilität?
Bei ambitionierter Elektromobilitätsausbreitung (z. B. 2–3 Millionen E‑Autos bis 2040) könnte sich der Strombedarf der Schweiz um 11% erhöhen. Dieser Strombedarf soll mit erneuerbaren Energien (Sonne, Wind, Wasser) gedeckt werden. Solarpotenzial Schweiz
Das Solarpotenzial für Strom von Dächern beträgt in der Schweiz mit heutigen Solar-Panels 54 TWh. Das Potential von Fassaden und anderen Flächen wurde dabei noch gar nicht berücksichtigt.
Die Schweiz fördert den Ausbau erneuerbarer Energien. Bereits gibt es in einigen Kantonen Gesetzte, dass z.B. Parkflächen mit Solarpanels überdeckt werden müssen. Weiteres Potential gibt es auf Autobahn Raststätten und anderen grossen Flächen. Auch Speicherlösungen (Batterien, Pumpspeicher) und verbesserte Netzinfrastruktur werden gefördert. Die Energiestrategie 2050 der Schweiz strebt eine langfristige Versorgungssicherheit und Kostensenkung an. Solarstrom ist heute bereits deutlich billiger als Atomstrom und entbindet uns von Auslandabhängigkeiten und Entsorgungsproblemen.
Energie kann auch eingespart werden. Für die Herstellung von Diesel und Benzin sowie deren Transport und Verteilung wird ebenfalls viel Strom und Erdöl benötigt. Pro 10 Liter Benzin, die getankt werden, wurden bereits 3-4 Liter für Herstellung und Transporte verbraucht. Und auch Tankstellen verbrauchen Strom für ihre Pumpen.
Sind Batterieautos sicher genug?
Diese Frage müsste man grundsätzlich bei allen Antriebsarten stellen. Untersuchungen haben gezeigt, dass ca. drei mal mehr Verbrenner „brennen‟, als Elektrofahrzeuge. Mit den neuen Lithium-Eisenphosphat Batterien sinkt die Brandgefahr nochmals deutlich.
Bei Crash-Tests schneiden Elektrofahrzeuge allgemein besser ab als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Bei Elektroautos gibt es keinen Motorblock, der in den Fahrgastraum gedrückt werden kann. Die Knautschzone kann also die Energie besser absorbieren. Die Batterien werden dabei in einen sicheren Zustand gebracht.
Für das Löschen von Batteriebränden verfügen die Feuerwehren heute über sehr gute Mittel, um einen Brand rasch zu löschen. Container mit Wasser sind nicht mehr notwendig.
Sind Elektroautos klimafreundlich?
Elektroautos schneiden heute bereits deutlich besser ab, besonders wenn sie mit erneuerbarem Strom geladen werden. Allerdings besteht zur Zeit ein Aufrüstungsproblem. Jeder Hersteller will ein Elektroauto mit der grössten Reichweite und den meisten PS anbieten. Ökologisch nachhaltig geht anders. Bei einer Reichweite von 450 WLTP-km und 150 kW, erfüllt ein Elektro-Auto 90% der täglichen Anforderungen. Zusätzlich wird die Umwelt geschont, weil weniger Rohstoffe notwendig sind.
Lithium-Eisenphosphat Batterien benötigen keine seltenen Erden mehr.
Elektroautos machen zudem während der Fahrt kaum Lärm. Lärm ist heute ein grosses Problem im Strassenverkehr. Auch wird nur immer über CO2 gesprochen. Die ganzen anderen Abgase der Verbrenner sind kaum ein Thema. Diese sind jedoch giftig und verschmutzen die Luft stark. Das führt mittlerweile zu Fahrverboten in den Innenstädten und grossen Agglomerationen.
Sind Plugin-Hybriden eine gute Lösung?
Hybriden und Plugin-Hybride führen unter der Haube nebst einem Elektromotor auch noch einen Verbrennungsmotor mit. Damit produzieren sie bei Bedarf den Fahrstrom auf eine sehr unwirtschaftliche Weise und stossen dadurch immer noch eine nicht unerhebliche Menge an CO2 und anderen Abgasen aus.
Diese Zweimotorigkeit führt zum deutlich höheren Gewicht des Hybrid-Autos und verteuert die Kosten für Anschaffung und Wartung. Die Schäden durch Benzin- und Lithium-Gewinnung werden in einem solchen Auto vereint.
Um umweltfreundlicher zu sein, müssten Hybrid-Autos jeden Abend mit Strom geladen werden, was eine entsprechende Lademöglichkeit erfordert. Sehr häufig haben Hybrid-Autos auch viel zu grosse Motoren, die es eigentlich nicht braucht, da bei Bedarf der Elektromotor zusätzliche Leistung bringt.
